Gaflenz liegt im oberösterreichischen Traunviertel, etwa gleich weit von Steyr und Amstetten entfernt, direkt an der Grenze zu Niederösterreich. Die Marktgemeinde erstreckt sich über rund zehn Kilometer von Nord nach Süd und fast neun Kilometer von West nach Ost. Fast zwei Drittel der Fläche sind bewaldet, ein Drittel wird landwirtschaftlich genutzt. Der Ortskern befindet sich auf etwa 480 Metern Höhe, während die höchsten Erhebungen wie der Gaflenzer Kaibling über 1100 Meter erreichen.
Der Name Gaflenz geht auf ein slawisches Landgut zurück und bedeutet Apfelbaum. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahr der Weihe der Pfarrkirche, die zugleich die erste Erwähnung darstellt. Im Mittelalter gehörte Gaflenz zum Herzogtum Österreich und später zum Fürstentum ob der Enns. Während der Napoleonischen Kriege wurde der Ort besetzt, und im 16. Jahrhundert wehrten die Bewohner osmanische Streifscharen an der Türkenschanze ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Gaflenz zu Oberösterreich zurück.
Die Marktgemeinde ist geprägt von ihrer frühgotischen Pfarrkirche, die bereits im 12. Jahrhundert geweiht wurde, und der Wallfahrtskirche St. Sebald am Heiligenstein. Letztere ist als einzige Kirche Österreichs dem heiligen Sebaldus geweiht und ziert auch das Gemeindewappen. Wirtschaftlich lebt Gaflenz vor allem von Handel, Handwerk und Landwirtschaft. Die Rudolfsbahn verbindet den Ort seit dem 19. Jahrhundert mit dem Eisenbahnnetz, und der SV Harreither Gaflenz ist ein bekannter Fußballverein in der niederösterreichischen Liga.