Grafschaft liegt im Norden von Rheinland-Pfalz, direkt an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, etwa auf halbem Weg zwischen Bonn und der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Gemeindegebiet erstreckt sich am Übergang von der Voreifel zur Eifel und reicht im Süden bis an das Ahrtal heran, wo es Höhen bis zu 345 Metern erreicht. Im Westen steigt das Gelände ins Ahrgebirge an und ist dort größtenteils bewaldet, während im Osten fruchtbare Lösshügellandschaften folgen. Zahlreiche Bäche wie die Swist durchziehen das Gebiet.
Die Gemeinde entstand aus der historischen Grafschaft Neuenahr, die im 13. Jahrhundert entstand und deren Name bis heute prägt. Nach Erbstreitigkeiten und wechselnden Herrschaften kam das Gebiet unter verschiedene Lehnsherren, darunter das Erzbistum Köln und später das Herzogtum Jülich. Im 18. Jahrhundert existierten hier mehrere eigenständige Herrschaften, bis die französische Besatzung während der Revolution eine neue Verwaltungsstruktur einführte. Nach dem Wiener Kongress wurde das Gebiet neu geordnet, und der Verwaltungssitz wechselte schließlich nach Ringen. Die heutige Gemeinde Grafschaft wurde 1974 aus Teilen der ehemaligen Verbandsgemeinde Ringen gebildet.
Grafschaft ist als Grundzentrum ausgewiesen und lebt heute vor allem von Landwirtschaft und als Wohnort zwischen Bonn und Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Gemeinde pflegt seit 1980 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Fauville-en-Caux in der Normandie. Elf Ortsbezirke gliedern das Gemeindegebiet, jeder mit eigenem Ortsvorsteher und Beirat. Der Bürgermeister wird direkt gewählt und führt seit 2005 die Gemeinde.