Gramais liegt versteckt im Otterbachtal, einem Seitental des Lechtals, das bei Häselgehr abzweigt. Die Gemeinde erstreckt sich über ein Gebiet von etwa 32 Quadratkilometern, wobei der tiefste Punkt im Norden bei 1170 Metern über dem Meer liegt. Nach Osten und Westen hin steigen die Berge bis auf 2700 Meter an, und im hinteren Gemeindegebiet befinden sich der Kogel- und der Roßkarsee. Drei Prozent der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt, während 44 Prozent bewaldet sind und 38 Prozent aus hochalpinem Gebiet bestehen.
Der Name Gramais geht auf lateinische oder rätoromanische Begriffe für eine grasreiche Gegend zurück. Die Besiedlung begann im 13. Jahrhundert vom Imster Raum aus, zunächst als Weidefläche, später als Dauersiedlung. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort 1350 in einem Urbar der Herren von Starkenberg. Im 15. Jahrhundert bestand Gramais bereits aus 19 Höfen und war eine eigenständige Wirtschaftsgemeinde. 1629 wurde es eine Steuergemeinde, und 1690 erhielt es einen Kaplan wegen seiner abgelegenen Lage. Eine dem hl. Johannes geweihte Kapelle wurde 1750 erweitert und zwischen 1824 und 1832 neu gebaut, bevor sie 1891 zur Pfarrkirche erhoben wurde.
Heute ist Gramais bekannt für seine bergbäuerlich geprägte Landwirtschaft und als Ausgangspunkt für Wanderungen in den Lechtaler Alpen. Die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer und das Heimatmuseum mit bäuerlichen Werkzeugen und historischen Dokumenten prägen das kulturelle Bild. Das Wappen zeigt einen aufspringenden Stier über rotem Grund, der auf die frühe Beweidung und Besiedlung vom Imster Raum hinweist.