Hage liegt als Straßensiedlung auf einem ehemaligen Seedeich im Norden Ostfrieslands, zwischen den Orten Norden und Arle. Die Marschlandschaft im Norden wird vom Hager Tief durchzogen, einem Wasserlauf, der sich weiter westlich in das Marschtief fortsetzt. Östlich und westlich des Ortes befanden sich einst Häuptlingssitze in Berum und Lütetsburg, während im Westen Hages eine Burg stand.
Die ersten Spuren einer Besiedlung stammen vermutlich aus dem 12. Jahrhundert, als sich an einem bronzezeitlichen Handelsweg erste Höfe wie Hilgenbur und Vnuggenbur ansiedelten. Im 13. Jahrhundert folgten klösterliche Niederlassungen, darunter ein Benediktinerinnen-Kloster und später ein Dominikanermönchskloster. Um 1250 entstand die St.-Ansgari-Kirche, die bis heute das Ortsbild prägt. Urkundlich erwähnt wird Hage erst nach 1400 unter dem Namen Haghene oder Haghe, was „hoch zusammenhängen“ bedeutet.
Die Adelsfamilie Hinkena prägte die Entwicklung des Ortes durch ihre Burg, deren Westflügel noch erhalten ist. Im 17. Jahrhundert erhielt Hage das Marktrecht und durfte sich fortan Marktflecken nennen. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Hager Windmühle, die mit über 30 Metern Höhe zu den höchsten Deutschlands zählt und 1873 erbaut wurde. Im frühen 20. Jahrhundert diente Hage als Luftschiffhafen der Kaiserlichen Marine, bevor das Gelände später von der Luftwaffe genutzt wurde. Heute ist der Ort ein ländliches Zentrum mit Einkaufs- und Freizeitangeboten und beherbergt die Verwaltung der Samtgemeinde Hage.