Haiger liegt im Norden Hessens, eingebettet zwischen den Ausläufern des Westerwalds und des Rothaargebirges. Die Stadt wird von der Dill durchflossen, in die hier mehrere Bäche wie der Aubach und der Haigerbach münden. Im Norden entspringen nahe Offdilln die Dill und bei Haiger-Kalteiche die Heller. Mit ihren Ortsteilen wie Allendorf, Flammersbach oder Sechshelden ist sie die flächenmäßig größte Stadt im Lahn-Dill-Kreis.
Erstmals erwähnt wird Haiger im Jahr 778, als eine Adlige Besitzungen in „Haigrahe“ dem Kloster Lorsch schenkt. Schon im 9. Jahrhundert gab es hier eine Taufkirche und einen Königshof, der 914 mit Marktrechten an das Walpurgisstift in Weilburg ging. Die Stadtkirche, heute ihr Wahrzeichen, wurde im 11. Jahrhundert geweiht. Im Mittelalter prägten Auseinandersetzungen zwischen Nassau und Hessen die Region, bis Nassau die Vorherrschaft gewann. Eisenverhüttung spielte früh eine Rolle, etwa mit der Haigerhütte um 1457.
Die Stadtkirche mit ihren wiederentdeckten Fresken aus dem 15. Jahrhundert und die mittelalterliche Stadtmauer, die einst vier Tore besaß, prägen das Bild. Mehrfach wurde Haiger von Bränden heimgesucht, zuletzt schwer im März 1945 durch alliierte Bombenangriffe. Heute ist die Stadt bekannt für ihre gewerbliche Prägung und als Austragungsort des Hessentags 2022. Die Umgebung mit ihren Tälern und Wäldern lädt zu Wanderungen ein.