Harsefeld liegt in Niedersachsen auf der Zevener Geest, einer Landschaft im Elbe-Weser-Dreieck. Der Ort wird von der Aue durchflossen, die ein breites Tal formt und bei Horneburg in die Lühe mündet. Umgeben ist Harsefeld von mehreren Samtgemeinden wie Fredenbeck, Horneburg und Apensen, während die namensgebende Samtgemeinde Harsefeld den Ort selbst umschließt. Die Umgebung ist geprägt von leicht hügeligen Geestböden, kleinen Wäldern und ausgedehnten Wiesen, unterbrochen von Moorgebieten wie dem Wilden Moor.
Erstmals erwähnt wird Harsefeld im Zusammenhang mit einer Burg aus dem Jahr 969, die von Graf Heinrich errichtet wurde. Im 11. Jahrhundert verlor die Burg an Bedeutung, als die Grafschaft Stade zum neuen Zentrum wurde. 1104 entstand hier ein Benediktinerkloster, das bis 1648 bestand und die Entwicklung des Ortes prägte. Nach der Klosterzeit wurde Harsefeld zum Sitz eines Amtes und blieb über Jahrhunderte ein wichtiger Verwaltungsort. Ein schwerer Brand zerstörte 1799 große Teile des Fleckens, darunter zahlreiche Wohnhäuser und das Pfarrhaus.
Heute ist Harsefeld vor allem durch das ehemalige Klosterareal mit der spätgotischen Abteikirche St. Marien und Bartholomäi bekannt. Der Amtshof beherbergt die Friedrich-Huth-Bücherei, eine bedeutende Volksbibliothek, die auf eine Stiftung des in London zu Vermögen gekommenen Kaufmanns Friedrich Huth zurückgeht. Die Landschaft um Harsefeld bietet mit dem Auetal und den Baggerseen wie der Tonkuhle auch natürliche Reize, während der Naturwald Braken und das Wilde Moor als geschützte Flächen erhalten sind.