Kájov liegt im Süden des Blanský les, eingebettet im Tal der Polečnice, wo der Kájovský potok mündet. Westlich breitet sich der Truppenübungsplatz Boletice aus, während im Osten die Stadt Český Krumlov nur wenige Kilometer entfernt ist. Im Norden erhebt sich der 1084 Meter hohe Kleť, ein markanter Berg der Umgebung. Die Gemeinde besteht aus mehreren Ortsteilen wie Boletice, Novosedly und Staré Dobrkovice, die sich über das hügelige Gelände verteilen.
Die Geschichte Kájovs beginnt als königliches Gut, das 1263 an das Kloster Goldenkron ging. Der Ort entwickelte sich zu einem bedeutenden Marien-Wallfahrtsort, nachdem Pilger einen wundertätigen Stein verehrten. Im 13. Jahrhundert entstand die Wallfahrtskirche St. Marien, die trotz Plünderungen durch die Hussiten später im Stil der Spätgotik erweitert wurde. Pfarrer Michael Pils prägte die Wallfahrt im 15. Jahrhundert, indem er den Fußstapfenkult beendete und die Kirche als einziges Pilgerziel festigte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg förderten die Eggenberger und später die Schwarzenberger die Wallfahrt, bis sie durch die Josephinischen Reformen geschwächt wurde.
Heute beeindruckt Kájov durch sein denkmalgeschütztes Wallfahrtsareal mit der spätgotischen Kirche Mariä Himmelfahrt und der frühgotischen Entschlafungskapelle. Barocke Elemente wie die St.-Nepomuk-Kapelle ergänzen das Ensemble. Einst von Oblaten betreut, verlor der Ort nach dem Zweiten Weltkrieg seine deutsche Bevölkerung, doch nach 1989 wurde das Areal restauriert und zum Nationalen Kulturdenkmal erklärt. Die Wallfahrt erlebt seitdem eine langsame Wiederbelebung.