Kallmünz liegt im Oberpfälzer Landkreis Regensburg, wo sich Naab und Vils zu einem Fluss vereinigen. Der Ort wird wegen seiner malerischen Lage zwischen den beiden Flüssen und dem steilen Burgberg auch „Perle des Naabtals“ genannt. Etwa zwölf Kilometer östlich beginnen die ersten Ausläufer des Bayerischen Waldes. Die Burgruine auf dem Schlossberg überragt das Tal und prägt das Landschaftsbild.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Bronzezeit zurück, als hier eine ausgedehnte Anlage entstand. Der Name Kallmünz geht auf eine keltische Bezeichnung zurück und teilt sich den Ursprung mit Kellmünz. Schriftlich erwähnt wurde der Ort erstmals im Jahr 983, als er in einer Urkunde als Kalmutz auftaucht. Die mittelalterliche Burg, deren Erbauer unbekannt sind, wechselte mehrfach den Besitzer, darunter die Wittelsbacher und die Stadt Regensburg. Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde sie zerstört und später nicht wieder aufgebaut. Eine Besonderheit ist die einzige noch bewohnte Höhlenwohnung Deutschlands, das „Haus ohne Dach“ im Burgfelsen.
Die Steinernen Brücke über die Naab, ein spätmittelalterliches Bauwerk, verbindet Geschichte und Architektur. Maler wie Wassily Kandinsky und Gabriele Münter fanden hier Inspiration und wurden zu einem Paar. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts zieht der Ort Künstler an, die in einer kleinen Kolonie leben und arbeiten. Neben der Burgruine prägen historische Kirchen und Schlösser wie das Silbermannsche Schlösschen das Bild. Die Partnerschaft mit Saint-Genès-Champanelle in Frankreich und Monterosso al Mare in Italien unterstreicht die internationale Ausstrahlung des Ortes.