Kehl liegt im baden-württembergischen Teil des Oberrheingrabens, direkt am rechten Rheinufer gegenüber von Straßburg. Die Stadt wird vom Rhein und seinen Nebenflüssen wie Kinzig und Schutter geprägt, die hier in den Strom münden. Mit ihren eingemeindeten Ortsteilen wie Kork, Sundheim oder Leutesheim erstreckt sie sich über eine ehemalige Überschwemmungslandschaft. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa vierzigtausend.
Erstmals erwähnt wurde Kehl im Jahr 1038, doch ihre Geschichte ist eng mit Straßburg verbunden. Im Mittelalter teilten sich verschiedene Herren die Rechte an der Siedlung, bis sie im 15. Jahrhundert teilweise an die Markgrafen von Baden fiel. Im 17. Jahrhundert wurde Kehl zur französischen Festung ausgebaut, wechselte mehrfach den Besitzer und war Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Nach dem Abriss der Befestigungen im frühen 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, der Paris und Wien verband.
Heute ist Kehl ein zentraler Bestandteil der deutsch-französischen Grenzregion. Der Europapark in der Nähe zieht Besucher an, während die Stadt selbst mit ihrer historischen Verbindung zu Straßburg und dem Rhein lebt. Die wiederaufgebaute Altstadt mit ihrem schachbrettartigen Grundriss und der moderne Straßenbahnanschluss unterstreichen ihre Rolle als Tor zur Nachbarstadt. Persönlichkeiten wie Marie-Antoinette, die hier 1770 auf einer Rheininsel „ausgetauscht“ wurde, prägen das Bild der Stadt.