Kempen liegt im Westen Nordrhein-Westfalens am Niederrhein, eingebettet in die flache Niederrheinebene. Die Stadt breitet sich auf der fruchtbaren Kempener Platte aus, einer von Löss bedeckten Mittelterrasse, die der Landwirtschaft zugutekommt. Der Wartsberg im Stadtteil Tönisberg ist mit seiner eiszeitlichen Moräne die höchste Erhebung des Stadtgebiets, während die Niederung der Niers nahe dem Bach Schwarze Rahm den tiefsten Punkt markiert. Kempen gehört zum Kreis Viersen und ist Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr.
Die erste schriftliche Erwähnung Kempens stammt aus dem späten 9. Jahrhundert, als das Gebiet in den Heberegistern der Abtei Werden als „Campunni“ auftauchte. Um die Jahrtausendwende entstand um einen Herrenhof des Kölner Erzbischofs eine bäuerliche Siedlung, die sich im 13. Jahrhundert zur Stadt entwickelte. Im Spätmittelalter erlebte Kempen eine Blütezeit, geprägt durch Handel und Handwerk, und brachte mit Thomas von Kempen einen der bekanntesten Mystiker hervor. Kriege, Seuchen und politische Umbrüche prägten die folgenden Jahrhunderte, bis Kempen im 19. Jahrhundert durch die Eisenbahnanbindung wieder an Bedeutung gewann.
Heute besticht Kempen durch seine sanierte Altstadt mit mittelalterlichem Charme, umgeben von Wall und Graben, deren Spuren noch in Straßennamen nachklingen. Die kurkölnische Burg aus dem 14. Jahrhundert, heute ein Wahrzeichen mit markanten Türmen, beherbergte lange das Stadtarchiv. Im Stadtteil Tönisberg erinnert ein ehemaliger Zechenturm an die Bergbauvergangenheit der Region. Die Propsteikirche St. Marien mit ihren Antwerpener Retabeln und Schnitzarbeiten ist ein weiteres kulturelles Juwel, während die lebendigen Cafés am Buttermarkt zum Verweilen einladen.