Kraslice liegt im Westen Tschechiens an der Grenze zu Sachsen, eingebettet im Tal der Svatava zwischen Erzgebirge und Elstergebirge. Auf 514 Metern Höhe erstreckt sich die Stadt am Fuß des 715 Meter hohen Hausbergs Hradiště, auf dem einst eine Burg stand. Eingemeindete Ortsteile wie der Počátecký vrch oder der Tisovec erreichen noch höhere Lagen. Nur wenige Kilometer nordwestlich liegt im sächsischen Vogtland die Nachbarstadt Klingenthal, während Karlsbad als regionale Metropole etwa 40 Kilometer entfernt im Südosten zu finden ist.
Erstmals erwähnt wurde die Gegend im 12. Jahrhundert als Bernhausen, doch die eigentliche Entwicklung begann mit deutschen Siedlern unter der Leitung des Klosters Waldsassen. 1370 erhielt der Ort Stadtrechte, doch erst der Bergbau im 16. Jahrhundert brachte rasches Wachstum. Als Freie Bergstadt erlebte Kraslice einen Aufschwung durch den Abbau von Kupfer, Blei, Zinn und Silber. Später prägten Textilindustrie und Musikinstrumentenbau das Bild, wobei die Gegenreformation im 17. Jahrhundert zu einer Auswanderungswelle führte.
Heute ist Kraslice vor allem für seinen Musikinstrumentenbau bekannt, der bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Eine Fachschule für Instrumentenbauer unterstrich diese Tradition, bis sie 2009 geschlossen wurde. Ein besonderes Erbe ist die Musikinstrumentensammlung mit seltenen Saxophonen und einer historischen Tuba. Die Stadt liegt im Musikwinkel und verbindet tschechische und deutsche Kultur, was sich auch in den eingemeindeten Ortsteilen widerspiegelt.