Kunštát liegt im Okres Blansko in Tschechien, etwa elf Kilometer westlich von Boskovice. Die Stadt ist von einer hügeligen Landschaft umgeben, die von Wäldern und landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägt ist. Mit ihren Ortsteilen Hluboké u Kunštátu, Rudka, Sychotín, Touboř und Újezd erstreckt sie sich über mehrere Katastralbezirke.
Erstmals erwähnt wurde Kunštát im Jahr 1281, als es dem Olmützer Kämmerer Kuna von Zbraslav gehörte. Der Name leitet sich von diesem Besitzer ab und prägte später auch den Geschlechternamen der Herren von Kunstadt. Die Burg Kunstadt entstand erst später und wurde im 15. Jahrhundert von Georg von Podiebrad umgebaut. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Herrschaft mehrfach, bis sie schließlich an die Familie Coudenhove-Honrichs fiel, die 1945 enteignet wurde. Wirtschaftlich entwickelte sich Kunštát ab dem späten 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der Keramik- und später auch der Maschinen- und Chemieindustrie.
Die Stadt ist vor allem für ihr Schloss und die dem Heiligen Stanislaus geweihte Pfarrkirche bekannt, die 1687 errichtet wurde. Ein markantes Denkmal auf dem Hauptplatz erinnert an Georg von Podiebrad. Im Ortsteil Rudka finden sich unterirdische Sandsteinskulpturen, die von einem lokalen Künstler geschaffen wurden, sowie ein Aussichtsturm, der in der Zwischenkriegszeit als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme entstand. Jährlich im September lädt ein großer Keramikmarkt rund um das Schloss Besucher aus der ganzen Region ein. Persönlichkeiten wie der Dichter František Halas und der Schriftsteller Ludvík Kundera sind mit Kunštát verbunden und fanden hier ihre letzte Ruhestätte.