Letovice liegt im Norden des Jihomoravský kraj, etwa 40 Kilometer von Brünn entfernt. Die Stadt breitet sich am linken Ufer der Svitava aus, wo der Fluss die Křetínka aufnimmt. Umgeben ist sie von Hügeln wie der Strážnice, dem Nad Amerikou oder dem Pisečný vrch, während im Süden die Drábovka und der Chrástky aufragen. Die Landschaft gehört zur Kleinen Hanna, und die historische Grenze zu Böhmen verläuft am nördlichen Stadtrand.
Erste Spuren einer Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, doch erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort 1145. Damals entstand über dem Handelsweg eine hölzerne Feste, die später zur Burg umgebaut wurde. Im 13. Jahrhundert fiel sie den Tataren zum Opfer, und im 15. Jahrhundert zerstörten die Hussiten die Anlage. Nach wechselnden Herrschaften prägten die Grafen Hardegg die Reformation, bevor der Dreißigjährige Krieg die Stadt verwüstete. Erst im 18. Jahrhundert brachte eine Kattunfabrik neuen Aufschwung, und 1782 erhielt Letovice das Recht auf einen Wolljahrmarkt. Die Eisenbahnverbindung nach Brünn beschleunigte die Entwicklung weiter.
Heute beeindruckt die Stadt durch ihr barockes Schloss, das auf mittelalterlichen Grundmauern ruht und von einem weitläufigen Park umgeben ist. Die Klosterkirche des hl. Wenzel und die Kirche des hl. Prokop zeugen von der langen Geschichte, während ein keltisches Freilichtmuseum und eine Talsperre als moderne Anziehungspunkte gelten. Persönlichkeiten wie der Außenminister Gustav Kálnoky oder der Kunstturner Emanuel Löffler stammen aus Letovice.