Kunžak liegt im Westen der hügeligen Javořická vrchovina, eingebettet in eine Teichlandschaft des Naturparks Česká Kanada. Im Norden und Nordwesten säumen große Teiche wie der Komorník und der Hejtman die Gemeinde, während im Süden der 738 Meter hohe Vysoký kámen aufragt, von dem aus Bäche wie der Koštěnický potok und der Reißbach entspringen. Die Schmalspurbahn von Jindřichův Hradec nach Nová Bystřice führt westlich vorbei und bedient in Lomy die Bahnstation Kunžak-Lomy.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1288, als er als Cunsek im Besitz der Königsstadt Telč stand. Im 16. Jahrhundert erlebte Kunžak eine Blütezeit als Handwerks- und Handelszentrum, erhielt das Recht auf Jahrmärkte und besaß sogar die Braugerechtigkeit. Doch der Dreißigjährige Krieg brachte Verwüstungen und einen fast vollständigen Niedergang. Nach 1670 begann der Wiederaufbau, unterstützt durch die Familie Liechtenstein-Kastelkorn, die im 17. Jahrhundert die Herrschaft übernahm. Ein schwerer Stadtbrand 1808 zerstörte über hundert Häuser, doch Handel und Handwerk erholten sich erneut.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild von Kunžak, darunter die gotische Kirche St. Bartholomäus aus dem Jahr 1370 und eine barocke Statue des hl. Johannes von Nepomuk. In Valtínov stehen eine katholische Marienkirche und eine evangelische Kirche, beide Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Ein besonderes Wahrzeichen ist der „Markstein“, ein Obelisk auf dem Vysoký kámen, der einst eine Bistumsgrenze markierte. Der Ort ist auch für sein Laienspieltheater bekannt, das bereits 1836 gegründet wurde.