Lavaur liegt im Süden Frankreichs am westlichen Ufer des Agout, etwa auf halber Strecke zwischen Toulouse und Castres. Die Stadt befindet sich in einer Höhe von rund 140 Metern und ist von der Landschaft des Lauragais umgeben. Nördlich liegt die mittelalterliche Bastide Lisle-sur-Tarn, während der bekannte Weinort Gaillac etwa zehn Kilometer nordöstlich zu finden ist. Das Klima ist mild bis warm mit mäßigen Niederschlägen, die vor allem im Winter fallen.
Die erste urkundliche Erwähnung der befestigten Siedlung stammt aus dem Jahr 1025. Im Mittelalter wurde Lavaur durch den Albigenserkreuzzug geprägt, als eine Belagerung durch ein katholisches Heer stattfand. Später wurde die Stadt während des Hundertjährigen Krieges von englischen Truppen bedroht, doch die Bewohner konnten sie zurückdrängen. Im 18. Jahrhundert verlor der Färberwaidanbau an Bedeutung, während eine königliche Seidenmanufaktur entstand, die jedoch mit der Französischen Revolution wieder verschwand.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild der Stadt, darunter die ehemalige Kathedrale Saint-Alain und die Kirche der Franziskaner mit ihrer markanten Backsteinarchitektur. Ein Rundturm aus dem 17. Jahrhundert erinnert an die mittelalterlichen Stadtbefestigungen. Die bischöflichen Gärten bieten eine grüne Oase, und ein Museum zeigt die Geschichte der Region. Persönlichkeiten wie der Violinist Jacques Féréol Mazas oder der Radsportler Benjamin Thomas stammen aus Lavaur.