Le Landeron liegt am Jurasüdfuss am Ufer des Zihlkanals und des Bielersees im Kanton Neuenburg. Das historische Städtchen entstand auf einer sandigen Insel inmitten des sumpfigen Seelands, wo einst die Zihl in mehreren Armen mäandrierte. Während die Altstadt in der Ebene der Zihl liegt, erstrecken sich neue Wohnviertel mit dem Bahnhof der Linie Biel–Neuenburg nach Norden. Die Gemeinde umfasst 1031 Hektaren, von denen Wälder, Landwirtschaftsflächen und bebaute Zonen etwa gleich große Anteile einnehmen.
Die Wurzeln des Ortes reichen bis in die Pfahlbauzeit, doch seine eigentliche Entstehung verdankt er einer strategischen Festung namens Nugerol aus dem frühen Mittelalter. Nach der Zerstörung dieser Burg im Konflikt zwischen Grafen von Neuenburg und dem Fürstbischof von Basel entstand 1325 an ihrer Stelle eine neue befestigte Siedlung. Der Ort erhielt 1349 Stadtrechte und entwickelte sich dank seiner Lage an wichtigen Verkehrswegen zu einer wohlhabenden Gemeinde. Im 15. Jahrhundert schloss Le Landeron ein Bündnis mit Solothurn, das ihm half, seine katholische Tradition gegen reformatorische Bestrebungen zu bewahren. Später profitierte es von der Juragewässerkorrektion, die neues Land für die Landwirtschaft erschloss.
Heute prägen die gut erhaltene Altstadt mit ihren mittelalterlichen Häusern und Brunnen das Bild des Städtchens. Besonders sehenswert sind das Rathaus mit seiner gotischen Kapelle und dem Stadtmuseum, die einzige katholische Kapelle innerhalb der Stadtmauern sowie das Schloss mit Wandmalereien, die an die historische Partnerschaft mit Solothurn erinnern. Jährlich locken zwei Zunftfeste im Januar und das große Trödlermarkt am letzten Septemberwochenende Besucher an. Die Altstadt gilt als Zentrum des Antiquitätenhandwerks, wo sich zahlreiche Galerien und Brockenstuben aneinanderreihen.