Leer liegt im Süden Ostfrieslands, wo die Leda in die Ems mündet. Der Fluss prägt das Stadtbild, das sich von den ursprünglichen Schleifen der Leda bis zur Ems ausdehnt. Die Stadt erstreckt sich heute auch auf Gebiete westlich der Ems und südlich der Leda, darunter die Stadtteile Bingum und Nettelburg. Mit hoher Einwohnerdichte zählt Leer zu den dichtesten Orten der Region, wobei die Kernstadt und Teile von Loga besonders dicht bebaut sind.
Die Wurzeln Leers reichen bis in urgermanische Zeit zurück, als der Name vermutlich „Weideplatz“ bedeutete. Politisch gewann der Ort im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert unter dem Häuptling Focko Ukena an Bedeutung, doch erst 1823 erhielt er Stadtrechte. Zuvor war Leer ein Marktflecken mit städtischem Gepräge. Über Jahrhunderte lebte die Stadt vom Handel und der Schifffahrt, wovon ihr Seehafen noch heute zeugt.
Besonders bekannt ist Leer für seine gut erhaltene Altstadt mit historischen Häusern, Bürgerhäusern und Kirchen. Vier Burgen und zahlreiche weitere Bauwerke aus mehreren Jahrhunderten prägen das Bild. Die Stadt ist Sitz wichtiger Institutionen wie des Landeskirchenamtes der Evangelisch-reformierten Kirche und eines Bundeswehr-Kommandos. Durch die Hochschule Emden/Leer ist sie zudem Hochschulstadt. Die umliegenden Niederungs- und Feuchtgebiete sind von naturräumlicher Bedeutung und bieten Lebensraum für seltene Vogelarten.