Lhenice liegt im Süden Böhmens, eingebettet zwischen den sanften Hügeln des Böhmerwaldes und dem Blanský les. Der Ort breitet sich am Osthang des Stráže aus, eines 742 Meter hohen Berges, und blickt hinab ins Tal des Netolický potok. Nachbarorte wie Hradce und Hrbov im Norden oder Třebanice im Westen umgeben die Gemarkung, während im Osten Horní Chrášťany und im Süden Vadkov liegen.
Erstmals taucht Lhenice 1283 in Urkunden des Klosters Sancta Corona auf, das hier Besitz hatte. Nach der Zerstörung des Klosters durch die Hussiten übernahm Ulrich II. von Rosenberg die Ländereien. Im 16. Jahrhundert wurde der Ort zum Städtchen erhoben und erhielt Marktprivilegien. Doch die wechselvolle Geschichte setzte sich fort: Nach Verpfändungen und Verkäufen an verschiedene Adelsfamilien und Städte fiel Lhenice schließlich an die Schwarzenberger. Die Ablösung der Grundherrschaften brachte 1848 die Selbstständigkeit als Marktgemeinde.
Heute prägen historische Bauwerke das Bild: Die Jakobuskirche aus dem 14. Jahrhundert, ein barockes Rathaus von 1815 und eine frühere Feste, die zum Herrenhaus umgebaut wurde. Eine markante Linde mit fast sechs Metern Stammumfang und ein Kreuzweg aus dem 19. Jahrhundert zählen zu den Sehenswürdigkeiten. Der Ort ist zudem für seine ausgedehnten Kirschplantagen bekannt, die ihm den Beinamen „Garten Südböhmens“ einbrachten. Persönlichkeiten wie der Komponist Theodor Kössl oder der Volkskundler Jindřich Jindřich haben hier gewirkt oder sind mit dem Ort verbunden.