Lingen (Ems) liegt im Süden des Emslands, einer vor allem in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Landschaft im Westen Niedersachsens. Die Stadt breitet sich überwiegend am östlichen Ufer der Ems aus, die hier von der Oberen zur Mittleren Ems übergeht. Im Osten erhebt sich die Lingener Höhe, während die Ems selbst von Stillgewässern und Altarmen begleitet wird. Zu den Nachbarorten zählen im Norden Geeste und Bawinkel, im Osten Langen und Thuine, im Süden Lünne und im Westen Wietmarschen. Die größte Stadt der Umgebung ist Meppen.
Erstmals erwähnt wird Lingen im Jahr als zum Venkigau gehöriger Ort, als Kaiser Otto II. dem Bischof von Osnabrück Güter in Liinga als Lehen übertrug. Schon früh entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Handelsplatz, was sich in der Verleihung des Marktrechts im frühen 14. Jahrhundert widerspiegelte. Die Stadt wurde mehrfach belagert und verteidigt, etwa durch die Kivelinge, eine Bürgerwehr aus jungen Männern. Im 15. Jahrhundert entstand das Stadtwappen mit den drei Türmen, und 1543 führte die Grafschaft Lingen unter Konrad von Tecklenburg-Schwerin die Reformation ein.
Besonders geprägt ist Lingen durch seine historische Altstadt mit dem markanten Stadtwappen. Die umliegenden Feuchtgebiete wie die Moorschlatts in Wachendorf und die Emsauen zählen zu den ökologisch wertvollsten Landschaften der Region. Einst stand hier eine Wetterstation, die 2019 mit 42,6 Grad Celsius einen deutschen Hitzerekord aufstellte. Heute ist die Stadt bekannt für ihre naturnahen Flusslandschaften und die Verbindung von Geschichte und moderner Infrastruktur.