Lockenhaus liegt im Mittelburgenland nahe der ungarischen Grenze, wo sich der Fluss Güns durch die Landschaft schlängelt. Rund fünfzehn Kilometer südwestlich von Oberpullendorf breitet sich die Gemeinde aus, deren Fläche zu vier Fünfteln von Wäldern bedeckt ist. Die fünf Ortsteile wie Glashütten oder Hammerteich gliedern sich in die Katastralgemeinden, wobei Lockenhaus selbst mit seinen Weilern den größten Teil ausmacht.
Die Wurzeln des Ortes reichen bis in die Zeit der Kelten zurück, die hier einst ein Königreich errichteten. Später gehörte das Gebiet zur römischen Provinz Pannonia, bevor es jahrhundertelang unter ungarischer Herrschaft stand. Erst nach dem Ersten Weltkrieg fiel es an Österreich und wurde Teil des neu gegründeten Burgenlands. Eine jüdische Gemeinde prägte das Leben bis zur Vertreibung im Nationalsozialismus, erinnert heute ein Denkmal an die Opfer.
Die mittelalterliche Burg Lockenhaus ist das bekannteste Wahrzeichen und beherbergt ein kulturelles Zentrum mit Ausstellungen. Die barocke Pfarrkirche mit ihrer imposanten Orgel und das ehemalige Kloster der Esterházy ergänzen das Bild. Jährlich zieht das Kammermusikfest mit international renommierten Künstlern auf der Burg und in der Kirche Besucher an, während das Orgelfestival die klangliche Tradition pflegt. Die Burg dient zudem als Hotel, und Fernwanderwege durchziehen die waldreiche Umgebung.