Lorient liegt an der bretonischen Küste im Département Morbihan, wo sich der Fluss Blavet mit dem Scorff vereint. Nur etwa fünfzehn Meter über dem Meeresspiegel breitet sich die Stadt am Ufer aus. Der Hafen prägt seit jeher ihr Gesicht und verbindet sie mit dem Atlantik.
Ihren Namen verdankt die Stadt dem Orient, denn hier hatte einst die französische Ostindien-Kompanie ihren Heimathafen. Ausgedehnte Handelsrouten führten von hier aus nach Indien, China oder zu den Maskarenen, wo Seide, Gold und Gewürze geholt wurden. Später wurde der Hafen zum Kriegshafen ausgebaut und überstand den Zweiten Weltkrieg nur als Ruine, nachdem alliierte Bombenangriffe große Teile zerstörten. Der Wiederaufbau schuf eine moderne Stadt, die sich bewusst von traditionellen bretonischen Bauweisen abhob.
Heute ist Lorient einer der größten Fischereihäfen Frankreichs und ein kultureller Mittelpunkt. Jährlich verwandelt sich die Stadt für das Festival Interceltique in ein Zentrum keltischer Musik. Die Université Bretagne Sud bietet akademische Bildung, während der Fußballverein FC Lorient längst über die Region hinaus bekannt ist. Persönlichkeiten wie die Sängerin Viktor Lazlo oder der Mathematiker Pierre Fatou zeigen die Vielfalt der Stadt, die zwischen maritimem Erbe und zeitgenössischem Leben schwankt.