Die Stadt liegt im Norden Böhmens am linken Elbufer, wo sich der Fluss in einem scharfen Bogen nach Norden wendet. Auf etwa 150 Metern Höhe am Fuß des Lovoš-Berges gelegen, mündet hier die Modla in die Elbe. Die Umgebung gehört zum Böhmischen Mittelgebirge, während Prag etwa 70 Kilometer südlich und die sächsische Grenze etwa 40 Kilometer nördlich entfernt sind. Die Nachbarstadt Leitmeritz liegt nur wenige Kilometer östlich.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Frühzeit zurück, doch der Ort wurde erstmals im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Lovosice mehrfach den Besitzer, darunter Klöster, Adelsfamilien und sächsische Hofbeamte. Die Hussitenkriege und später die Schlacht bei Lobositz im Siebenjährigen Krieg hinterließen tiefe Spuren. Ein Schloss entstand im 16. Jahrhundert, und 1600 erhielt der Ort das Stadtrecht. Wirtschaftlich prägten vor allem Industrie, Eisenbahnanschlüsse und Obstbau das 19. Jahrhundert.
Heute prägen historische Bauwerke wie die Wenzelskirche und das wiederaufgebaute Schwarzenbergische Schloss das Stadtbild. Die Eisenbahnverbindungen nach Prag, Teplitz und Brüx unterstreichen die verkehrsgünstige Lage. Persönlichkeiten wie der Orientalist Maximilian Bittner oder der Historiker Alfons Dopsch stammen von hier. Ein Industriegebiet und ein ehemaliger Kohlehafen zeigen die wirtschaftliche Entwicklung, während die Partnerschaft mit Coswig in Deutschland die internationale Vernetzung belegt.