Murcia liegt im Südosten Spaniens, eingebettet in ein breites Tal des Río Segura. Südlich erheben sich sanfte Hügelketten wie die Cresta del Gallo, während im Westen die bewaldeten Ausläufer der Sierra Espuña aufragen. Das Klima ist trocken und heiß, mit Sommern, die oft über vierzig Grad erreichen, und milden Wintern, in denen gelegentlich Frost auftritt. Die Stadt ist nicht nur ein kulturelles Zentrum, sondern auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Autobahnverbindungen entlang der Mittelmeerküste und einem internationalen Flughafen in der Nähe.
Die Wurzeln Murcias reichen bis in die Zeit der maurischen Herrschaft zurück. Gegründet im neunten Jahrhundert unter dem Namen Mursiya, verdankte die Stadt ihren Aufschwung einem ausgeklügelten Bewässerungssystem, das die umliegenden Felder fruchtbar machte. Nach wechselnden Herrschaften unter verschiedenen maurischen und christlichen Reichen wurde Murcia schließlich im 13. Jahrhundert in das Königreich Kastilien eingegliedert. Immer wieder wurde die Stadt von Überschwemmungen und Erdbeben heimgesucht, doch sie erholte sich stets und entwickelte sich zu einem bedeutenden Handels- und Verwaltungszentrum.
Heute prägen barocke Bauwerke, enge Gassen und lebendige Plätze das Bild der Altstadt. Die Kathedrale mit ihrem vielgestaltigen Turm und der bunte Bischofspalast am Plaza Cardinal Belluga sind nur zwei Beispiele für die reiche Architektur. Die Stadt feiert farbenfrohe Feste wie den Bando de la Huerta, der den Frühling einläutet, und die Semana Santa mit ihren traditionellen Prozessionen. Berühmte Söhne und Töchter wie der Sufi-Dichter Ibn Arabi oder der Barockbildhauer Francisco Salzillo haben Murcia geprägt, während die lokale Küche mit Gerichten wie Zarangollo oder Paparajote Besucher anlockt.