Nagykovácsi liegt in einem Tal im westlichen Teil des Komitats Pest, etwa fünfzehn Kilometer nordwestlich des Budapester Zentrums. Die Umgebung ist von Hügeln und Wäldern geprägt, und Teile des Gebiets gehören zum Budai Tájvédelmi Körzet, einem Schutzgebiet für seltene Pflanzenarten. Der Ort zieht durch seine ruhige Lage und Nähe zur Hauptstadt sowohl Touristen als auch neue Einwohner an.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Steinzeit zurück, wie Funde in der Remete-Schlucht und am Ördög-árok belegen. Im Mittelalter lebten hier königliche Schmiede, was sich im Namen „Kovács“ (Schmied) widerspiegelt. Ein aus dem Jahr 1254 stammendes Dokument erwähnt den Ort erstmals urkundlich. Während der türkischen Besatzung wurde Nagykovácsi schwer beschädigt, doch nach der Vertreibung der Osmanen siedelten sich bayerische Kolonisten an, die das Dorf wirtschaftlich prägten.
Heute ist der Ort für sein gut erhaltenes Tisza-Landschloss bekannt, das im 19. Jahrhundert erbaut wurde und heute von Pfadfindern genutzt wird. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Kirche mit ihren römischen Grabsteinen, die in ihre Mauern eingelassen sind. Zudem beherbergt Nagykovácsi eine internationale Schule und schützt auf einem Hügel eine einzigartige Pflanze, den dolomitischen Lein.