Nauen liegt im westlichen Teil des Osthavellandes im brandenburgischen Landkreis Havelland. Die Stadt befindet sich etwa 27 Kilometer nordwestlich von Potsdam und rund 40 Kilometer westnordwestlich von Berlin. Mit über 268 Quadratkilometern ist sie eine der flächengrößten Städte Deutschlands und erstreckt sich zwischen dem Havelländischen Luch und der Nauener Platte, einer eiszeitlichen Grundmoräne. Im Südwesten des Stadtgebiets prägen Seen wie der Groß Behnitzer See und der Riewendsee die Landschaft, die durch glaziale Rinnen entstanden sind.
Erstmals erwähnt wurde Nauen im Jahr 1186 als „Nowen“ in einer Urkunde des Bischofs von Brandenburg. Der Name könnte vom slawischen Wort „nowo“ für „neu“ oder „neuer Ort“ abgeleitet sein. Seit 1292 besitzt Nauen Stadtrechte, und im Mittelalter entwickelte es sich zu einem regionalen Zentrum mit Marktrecht und jüdischer Gemeinde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt teilweise zerstört, und im 17. Jahrhundert fand hier ein Gefecht während des Nordischen Krieges statt. Später wurde Nauen zu einem Standort militärischer Einrichtungen, darunter zwei Kasernen aus dem 18. Jahrhundert.
Nauen trägt den Beinamen „Funkstadt“, da hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts Pionierarbeit in der Funktechnik geleistet wurde. Die älteste noch bestehende Sendeanlage der Welt, die Großfunkstelle Nauen, entstand 1906. Die Stadt beherbergt historische Bauwerke wie das Rathaus im Stil der norddeutschen Backsteingotik, das nach einem Orkan im Jahr 1911 wiederaufgebaut wurde. Zudem ist Nauen Sitz des Amtsgerichts und eines Zentralen Vollstreckungsgerichts für Brandenburg. Die Umgebung mit ihren Seen und Moorgebieten bietet naturnahe Erholungsmöglichkeiten.