Nierstein liegt im Herzen Rheinhessens am westlichen Ufer des Rheins, etwa auf halber Strecke zwischen Mainz und Worms. Der Ort wird vom Flügelsbach durchzogen, der im Stadtteil Schwabsburg entspringt und kurz darauf in den Strom mündet. Gegenüber auf der anderen Rheinseite befindet sich der Kornsand, der zu Trebur gehört. Nierstein gliedert sich in die beiden Stadtteile Nierstein und Schwabsburg, wobei letzterer seinen Namen der namensgebenden Burg verdankt. Die Landschaft ist geprägt vom „Roten Hang“, einer markanten Steillage aus rotem Ton- und Sandstein, die sich bis nach Nackenheim und Schwabsburg erstreckt und ideal für den Weinbau ist.
Die erste schriftliche Erwähnung Niersteins stammt aus einer Urkunde des 9. Jahrhunderts, in der fränkische Herrscher die Marienbasilika dem Bistum Würzburg schenkten. Lange Zeit blieb der Ort ein reichsunmittelbares Dorf, bis er im 14. Jahrhundert unter die Herrschaft des Erzstifts Mainz und später der Pfalzgrafen geriet. Im Mittelalter prägten Klöster wie Otterberg den Ort, während Weinberge der Grafen von Katzenelnbogen in der Walpe erwähnt werden. Zerstörungen im Dreißigjährigen und Pfälzischen Erbfolgekrieg hinterließen Spuren, doch der Wiederaufbau führte zu neuer Blüte.
Heute ist Nierstein vor allem für seinen Wein bekannt, der auf den mineralreichen Böden des Roten Hangs gedeiht. Die Burg Schwabsburg und die Marienbasilika zeugen von der langen Geschichte des Ortes. Ein besonderes Ereignis war die Rheinquerung der US-Armee im März 1945, die hier eine der größten Flussoperationen des Zweiten Weltkriegs durchführte. Ein Denkmal am Rheinufer erinnert daran. Zudem setzt sich die Stadt mit Stolpersteinen für die Erinnerung an die jüdischen Opfer der NS-Zeit ein.