Obertraubling liegt im Oberpfälzer Landkreis Regensburg, direkt am südlichen Stadtrand der gleichnamigen Stadt. Die Gemeinde umfasst mehrere Gemarkungen wie Gebelkofen, Niedertraubling und Oberhinkofen, die heute Teil des Ortsverbunds sind. Archäologische Funde belegen eine frühe Besiedlung bereits vor über siebentausend Jahren, darunter verzierte Gefäße aus der Steinzeit und eine Steinaxt aus der Bronzezeit.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem frühen 9. Jahrhundert, als ein Landtausch zwischen Bischof Baturich und dem Adelsgeschlecht der Traublinger dokumentiert wurde. Im Mittelalter wechselten die Grundherren mehrfach, darunter die Weichser, Nothaft und Lerchenfelder. Kriege, Pest und Truppendurchzüge prägten die Region, besonders im Dreißigjährigen Krieg und zur Zeit Napoleons. Wirtschaftlich lebte der Ort lange von Landwirtschaft, bis im 19. Jahrhundert die Eisenbahn und später Industrieansiedlungen wie das BMW-Werk in der Nähe die Entwicklung beschleunigten.
Besonders sehenswert ist die barocke Pfarrkirche St. Georg mit ihrem markanten 56 Meter hohen Turm, die auf eine lange kirchliche Tradition zurückgeht. Ehemalige Wasserschlösser in Niedertraubling und Gebelkofen zeugen von der adeligen Vergangenheit, während kleinere Kirchen in den Gemeindeteilen wie St. Martin in Piesenkofen historische Bausubstanz bewahren. Heute ist Obertraubling durch Vereine, Schulen und eine lebendige Gemeinschaft geprägt, die sich auch in Partnerschaften mit tschechischen Orten widerspiegelt.