Oberwart liegt im Südburgenland, eingebettet im weiten Pinkatal, wo die Pinka das Landschaftsbild prägt. Westlich begrenzt ein breiter Höhenzug das Tal zum Lafnitztal hin, während nordöstlich die Südabhänge des Bernsteiner und Günser Gebirges aufragen. Die Stadt ist Bezirkshauptstadt und gilt als wirtschaftliches Zentrum der Region.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Oberwart im frühen 14. Jahrhundert als Grenzwächtersiedlung des ungarischen Gyepűsystems. Im Frühmittelalter war das Gebiet bereits von Bajuwaren besiedelt, doch die Gründung der Siedlung brachte eine mehrheitlich ungarische Bevölkerung in eine ansonsten deutsche Umgebung. Die Reformation prägte das 16. Jahrhundert, als fast die gesamte Bevölkerung protestantisch wurde. Als Besonderheit blieb Oberwart über Jahrhunderte ein Ort religiöser Vielfalt mit vier Konfessionen – reformiert, katholisch, lutherisch und jüdisch – die friedlich zusammenlebten.
Heute zeichnet sich Oberwart durch dieses multikonfessionelle Erbe aus, das sich bis heute in der Stadtstruktur widerspiegelt. Im Zentrum, wo einst deutsche Händler und Beamte ihre Häuser errichteten, entstand das Herz der Stadt. Die reformierte Pfarrgemeinde ist eine der ältesten im heutigen Österreich, und die jüdische Gemeinde entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer eigenständigen Kultusgemeinde. Die harmonische Koexistenz der verschiedenen Gruppen prägt bis heute das Bild der Stadt.