Obsteig liegt im Tiroler Bezirk Imst, wo es als westlichste Gemeinde das Mieminger Plateau über dem Oberinntal krönt. Am Westrand fällt das Plateau beim Holzleitensattel steil ins Gurgltal ab, während der Hauptort entlang der Mieminger Straße verläuft. Die Gemeinde besteht aus verstreuten Dörfern und Weilern, umgeben vom Mieminger Gebirge. Im Winter locken Loipen und Winterwanderwege, im Sommer ist das Gebiet ein beliebtes Wanderziel.
Frühe Spuren führen in die Hallstattzeit, als bronzezeitliche Funde am Sassberg und Keramikreste vom Locherboden entstanden. Die Römer bauten später die Via Decia, die über Obsteig und den Holzleitensattel führte. Bajuwarische Siedler hinterließen Ortsnamen mit typisch bayerischen Endungen wie Schneggenhausen. Der Name Obsteig leitet sich von „ob des Gstaigs“ ab und verweist auf eine steile Straße oberhalb einer Passage. Im 19. Jahrhundert entstand die heutige Gemeinde durch Teilung von Miemingerberg.
Die Burg Klamm, einst Wächter der alten Straße, diente als Kulisse für die Fernsehserie Bergdoktor und beherbergt in ihrer Nähe einen 25 Meter hohen Wasserfall. Die Pfarrkirche, der Ansitz Schneggenhausen und mehrere Kapellen prägen das Ortsbild. Der Nordpolfahrer Johann Haller fand hier seine letzte Ruhestätte. Wirtschaftlich spielen Landwirtschaft, Baugewerbe und Tourismus eine Rolle, wobei die Übernachtungszahlen stetig steigen.