Biberwier liegt versteckt zwischen den steilen Hängen des Wettersteingebirges und der wilden Bergsturzlandschaft des Fernpasses in den Tiroler Alpen. Die Loisach entspringt nahe dem Ort und durchfließt das Gemeindegebiet, während drei Bergseen – Weißensee, Mittersee und Blindsee – in die bewaldeten Anstiege eingebettet sind. Fast drei Viertel der Fläche sind von Wald bedeckt, nur ein kleiner Teil wird landwirtschaftlich genutzt, und alpine Regionen prägen das Bild. Die Höhenlage reicht von etwa 1000 Metern bis fast 2500 Meter über dem Meer, und von den Gipfeln aus ist sogar die Zugspitze zu erkennen.
Die Spuren der Vergangenheit reichen bis in die Latènezeit zurück, doch erst im 13. Jahrhundert begann die eigentliche Besiedlung durch Schwaighöfe, die von weltlichen und kirchlichen Herrschaften gegründet wurden. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort 1287 als „Piberwure“, benannt nach den Bibern, die hier einst lebten. Der Name leitet sich von mittelhochdeutsch *wuore* für ‚Damm‘ oder ‚Wehr‘ ab. Im 15. Jahrhundert setzte der Bergbau ein, der Silber, Blei und Zink förderte und bis ins 18. Jahrhundert blühte, bevor er durch Marktveränderungen zum Erliegen kam. Eine Kapelle und später eine Kirche entstanden, und 1891 wurde Biberwier schließlich eine eigenständige Pfarre.
Heute ist der Ort vor allem für seine landschaftliche Schönheit und touristische Attraktionen bekannt. Die Seen laden zum Baden ein, das Schigebiet Marienbergjoch bietet Wintersport, und der Montan-Wanderweg Silberleithen erschließt das ehemalige Bergbaugebiet. Die Via Claudia Augusta, eine historische Römerstraße, führt durch die Gemeinde und verbindet sie mit dem Fernradweg. Im Wappen symbolisiert ein Biber den Ortsnamen, während Schlägel und Eisen auf den Bergbau verweisen. Persönlichkeiten wie der Komponist Karl Koch oder der Politiker Stefan Schennach stammen aus Biberwier.