Nassereith liegt im Tiroler Oberland am Beginn des Gurgltals, wo die vielbefahrene Straße vom Fernpass nach Imst verläuft. Die Gemeinde erstreckt sich über etwa 72 Quadratkilometer, wobei Wälder den größten Teil ausmachen. Nur ein kleiner Teil wird landwirtschaftlich genutzt, während Almen und alpines Gelände den Rest prägen. Zahlreiche Einzelsiedlungen und Almen verteilen sich über das Gebiet, darunter Roßbach, Brunnwald und der Weiler Fernpaß.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem frühen 12. Jahrhundert, doch bereits vor über zweitausend Jahren gab es hier eine Dauersiedlung. Der Name geht auf eine alte Mühle zurück, die bei einem Ahornwald stand. Über Jahrhunderte hinweg war der Ort ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, an dem sich Handel und Gewerbe entwickelten. Die Klause Fernstein, einst eine Zollstation, zeugt noch heute von dieser Bedeutung.
Besonders bekannt ist Nassereith für seine barocke Pfarrkirche mit dem markanten Zwiebelturm und dem alljährlichen Heiligen Grab in der Karwoche. Das Schellerlaufen, ein Fasnachtsbrauch mit traditionellen Figuren, gehört seit 2012 zum UNESCO-Kulturerbe. Die Gemeinde pflegt zudem lebendige Brauchtümer wie Prozessionen und Adventbräuche. Zahlreiche Persönlichkeiten stammen aus Nassereith, darunter Bildhauer, Maler und Schriftsteller.