Orce liegt in einem von zwei Bergketten eingeschlossenen Tal im Nordosten der Provinz Granada, etwa 140 Kilometer von der Provinzhauptstadt entfernt. Auf etwa 925 Metern Höhe gelegen, ist die nächstgelegene Kleinstadt Huéscar nur rund 15 Kilometer entfernt. Das Klima ist im Winter mild, im Sommer dagegen warm bis heiß, mit geringen Niederschlägen, die sich vor allem auf die Übergangszeiten verteilen.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Prähistorik zurück, wobei einige Funde – darunter umstrittene Belege für frühe Menschenformen – auf dem Gemeindegebiet gemacht wurden. Später prägten die Mauren das Gebiet, bis es nach der Reconquista unter christliche Herrschaft geriet. Die Vertreibung der letzten Muslime Anfang des 17. Jahrhunderts markierte das Ende einer langen islamischen Epoche. Wirtschaftlich lebten die Bewohner lange von Selbstversorgung, Feldbau und Viehzucht, bis sich im 20. Jahrhundert durch Infrastrukturausbau und Tourismus neue Perspektiven eröffneten.
Besonders sehenswert sind die maurische Alcazaba mit ihren sieben Türmen, die später von Christen umgebaut wurde, sowie mehrere repräsentative Paläste und die Kirche Santa María de la Anunciación. Am Ortsrand finden sich noch Wohnhöhlen und Überreste maurischer Wachtürme. Ein modernes Museum widmet sich der Frühgeschichte und Paläontologie. Die Umgebung besticht durch ihre historische Bausubstanz und die landschaftliche Einbettung zwischen den Bergen.