Ploskovice liegt versteckt im Böhmischen Mittelgebirge, nur wenige Kilometer nordöstlich von Litoměřice, am Ufer des kleinen Ploskovický potok. Das Dorf ist umgeben von sanften Hügeln und dichtem Wald, während im Süden die Elbe in einiger Entfernung vorbeifließt. Nachbarorte wie Býčkovice im Osten oder Maškovice im Westen sind durch schmale Feldwege verbunden, während der Ort selbst von stillen Wiesen und alten Obstgärten geprägt ist.
Seine Geschichte beginnt mit einer Urkunde aus dem Jahr 1057, als der Ort erstmals als eines der Dörfer erwähnt wurde, die dem neu gegründeten Domkapitel in Litoměřice unterstanden. Später wechselte Ploskovice mehrfach den Besitzer: Zunächst an den Johanniterorden, dann an Raubritter und schließlich an Adelsfamilien wie die Ploskovský, die aus der einstigen Kommende eine wehrhafte Veste machten. Im 16. Jahrhundert entstand daraus ein prächtiges Renaissanceschloss, das im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und später von der Familie Schlick wiederaufgebaut wurde. Berühmt wurde der Ort auch durch die Gräfin Marie Sidonie Schlick, die sich mit kostspieligen Bauprojekten überschuldete, und durch Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg, die hier eine Sommerresidenz errichten ließ.
Heute ist das barocke Schloss Ploskovice mit seinem weitläufigen Park das unbestrittene Wahrzeichen des Ortes. Die Pläne dazu stammen vermutlich von Kilian Ignaz Dientzenhofer, der den Bau zwischen 1720 und 1725 gemeinsam mit Wenzel Spatschek realisierte. Nach wechselvoller Geschichte als Sitz von Politikern, Kinderheim und späterer NS-Erziehungsanstalt dient das Schloss heute als Museum und zieht Besucher mit seiner Architektur und Geschichte an. Die umliegenden Ortsteile wie Maškovice oder Vinné ergänzen das Bild einer ländlich geprägten, aber geschichtsträchtigen Gemeinde.