Radibor liegt in der sächsischen Oberlausitz, etwa zehn Kilometer nördlich von Bautzen, und gehört zum Landkreis Bautzen. Der Ort selbst zählt rund siebenhundert Einwohner, während die gesamte Gemeinde etwa dreitausendzweihundert zählt. Ein großer Teil der Bevölkerung, besonders im Süden der Gemeinde, spricht Sorbisch als Muttersprache und gehört damit zum amtlichen sorbischen Siedlungsgebiet.
Erstmals erwähnt wurde Radibor im Jahr 1221 in einer bischöflichen Urkunde, doch bereits um 1220 bestand hier eine Pfarrgemeinde. Der Name geht vermutlich auf das Sorbische zurück und könnte sich aus den Wörtern für „Krieg“ und „kämpfen“ zusammensetzen. Während der Reformation blieb die Kirchgemeinde Radibor als einzige in Sachsen unter weltlicher Herrschaft katholisch, da die Bevölkerung sich gegen den Protestantismus wehrte. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich der Ort durch den Anschluss an Eisenbahnstrecken, die später stillgelegt wurden. 1994 und 1998 wurden mehrere umliegende Dörfer eingemeindet.
Radibor ist geprägt von seiner sorbischen Kultur und Geschichte. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das barocke Schloss, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde, sowie die Pfarrkirche Maria Rosenkranzkönigin mit ihrem markanten Turm. An bedeutende Persönlichkeiten erinnert eine Gedenktafel für den Märtyrerpriester Alois Andritzki, der 2011 seliggesprochen wurde, und eine Büste für die Widerstandskämpferin Maria Grollmuß. Die Gemeinde beherbergt zudem eine sorbische Grund- und Oberschule.