Radomyšl liegt in Südböhmen, eingebettet in eine von Hügeln umgebene Talmulde. Der Radomyšlský potok fließt durch den Ort, während sich im Osten der Svatý Jan und im Südwesten der Tisovník erheben. Südlich des Städtchens erstreckt sich die Věna, und im Nordwesten breitet sich der Teich Malducky aus. Die Bahnstrecke Březnice–Strakonice verläuft am südöstlichen Ortsrand.
Die Gegend war bereits im 5. Jahrhundert besiedelt, wie Funde aus slawischer Zeit belegen. Erstmals erwähnt wurde Radomyšl 1284 in einem Besitzverzeichnis der Bavor von Strakonitz. Im frühen 14. Jahrhundert übergab Wilhelm Bavor von Strakonitz den Ort mit Kirche an den Johanniterorden, der ihn zu einem wichtigen geistlichen Zentrum machte. Nach Bränden und Zerstörungen im 15. Jahrhundert erhielt Radomyšl 1483 erneuerte Privilegien und stieg wieder zum Städtchen auf. Im 17. und 18. Jahrhundert prägten die Johanniter und Malteser die Entwicklung, etwa durch den Bau der Wallfahrtskirche auf dem Johannesberg.
Sehenswürdigkeiten wie die barocke Wallfahrtskirche des hl. Johannes des Täufers oder die Dechanteikirche des hl. Martin zeugen von der langen Geschichte. Das klassizistische Rathaus und die Mariensäule prägen das Ortsbild. Mehrere Persönlichkeiten wurden hier geboren, darunter der Entdecker Josef Kovář oder der religiöse Denker Norbert Fabián Čapek. Die umliegenden Hügel und der Kreuzweg zur Kirche bieten Ausblicke in die malerische Landschaft.