Rattenberg ist eine winzige Stadt im Tiroler Unterinntal, eingeklemmt zwischen dem rechten Innufer und den Ausläufern des Schlossbergs. Die Burgruine auf dem Felsen überragt den Ort, der sich auf nur einem Viertel der Fläche des Vatikanstaats ausdehnt. Mit ihrer kompakten Altstadt wirkt die Gemeinde wie ein lebendiges Museum.
Die Stadt blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Erstmals 1254 als Ratinberch erwähnt, verdankt sie ihren Namen vermutlich einem lokalen Adeligen. Im 14. Jahrhundert zur Stadt erhoben, wechselte sie mehrmals die Herrschaft: Zuerst bayerisch, dann durch den Kölner Schiedsspruch an Tirol gefallen, blieb sie bis ins 19. Jahrhundert von bayerischem Recht geprägt. Ihre Rolle als Handelsplatz an der Innschifffahrt und Zollstation prägte das Leben hier.
Heute ist Rattenberg vor allem für seine Glasindustrie und den Tagestourismus bekannt. Die gut erhaltene Inn-Salzach-Bebauung mit ihren farbenfrohen Fassaden zieht Besucher an, während das Augustinermuseum und das Geburtshaus der Heiligen Notburga kulturelle Highlights bieten. Jährlich finden die Schlossbergspiele und der Rattenberger Advent statt, doch der Ort bleibt ein Ort der Stille – besonders im Winter, wenn Teile der Stadt für Monate im Schatten liegen.