Reilingen liegt in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Schwetzinger Hardt und Unterer Lußhardt, nur wenige Kilometer von Hockenheim entfernt. Der Kraichbach durchfließt das Gemeindegebiet, während im Süden Waghäusel und im Westen Neulußheim angrenzen. Auf 1635 Hektar erstreckt sich die Gemarkung, die zu fast der Hälfte aus Wald besteht und zu einem Drittel landwirtschaftlich genutzt wird.
Frühe Spuren menschlicher Besiedlung finden sich in Form eines fossilen Schädelfragments, das vor über 300.000 Jahren datiert wird und zunächst als Beleg für Homo erectus galt, später aber Homo heidelbergensis zugeordnet wurde. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Reilingen 1286 als „Villa Reitling“, doch schon die Burg Wersau prägte die Gegend, die im 12. Jahrhundert entstand und im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört wurde. Nach wechselnder Herrschaft unter Speyer und Kurpfalz fiel der Ort 1803 an Baden und wurde später Teil des Rhein-Neckar-Kreises.
Heute ist Reilingen bekannt für seine ländliche Kultur, etwa durch den Spargel- und Tabaklehrpfad, der die traditionsreiche Landwirtschaft zeigt. Ein Fachwerkhaus beherbergt seit 1986 ein Heimatmuseum, das Handwerk und Gewerbe der Region bewahrt. Die Gemeinde liegt an der Badischen Spargelstraße und der Bertha Benz Memorial Route und pflegt Partnerschaften mit französischen und italienischen Orten.