Reiskirchen liegt im mittelhessischen Landkreis Gießen, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Busecker Tals. Westlich der Gemeinde fließt die Wieseck, die im Ortsteil Saasen entspringt und später bei Gießen in die Lahn mündet. Im Norden grenzt Reiskirchen an Rabenau, im Osten an Grünberg, während im Süden Lich und im Westen Buseck liegen. Zwischen Saasen und Grünberg erhebt sich die ehemalige Klosteranlage Wirberg, ein markanter Punkt in der Umgebung.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1238 unter dem Namen *Ricolfiskirchen*. Der Name deutet auf eine Siedlung bei der Kirche des Richolf hin. Im Mittelalter gehörte Reiskirchen zum Gericht Busecker Tal, das von den Freiherren zu Buseck geprägt wurde. Eine neue Kirche entstand um 1300, deren Chorturm bis heute erhalten ist. Im 18. Jahrhundert wurde das Kirchenschiff im Stil zwischen Spätbarock und Klassizismus neu erbaut.
Heute besteht Reiskirchen aus mehreren Ortsteilen wie Bersrod, Saasen und Winnerod. Ein besonderes Relikt aus den 1950er Jahren ist die Gefriergemeinschaft in Saasen, die entstand, als Tiefkühltruhen für Privathaushalte noch unerschwinglich waren. Das Hirtenhaus dient als Heimatmuseum und zeigt die Geschichte des Ortes. Das Gemeindewappen, genehmigt 1974, zeigt einen Kirchturm auf silbernem Grund vor einem schwarz-goldenen Netz.