Schlangenbad liegt im waldreichen Taunus, eingebettet in ein langgestrecktes Tal, das von steilen Hängen geprägt ist. Der Kernort mit seinen Thermalquellen befindet sich auf etwa 320 Metern Höhe an der Einmündung des Warmen Bachs in die Walluf. Die Gemeinde erstreckt sich über mehr als dreizehn Kilometer und umfasst mehrere Ortsteile, die wie an einer Kette aufgereiht sind. Im Westen reicht das Gebiet bis ins Wispertal, im Osten liegt der Ortsteil Georgenborn nahe Wiesbaden. Die höchste Erhebung am Westhang der Hohen Wurzel erreicht rund 544 Meter, während das Walluftal bei 210 Metern am tiefsten Punkt liegt.
Erst im 16. Jahrhundert gab es an dieser Stelle nur eine Mühle, die Warme Mühle, die dem Warmen Bach ihren Namen gab. Die Geschichte des Heilbads begann 1687, als ein Amtmann die Quellen mit einem einfachen Holzbau überdachte. Später entstanden auf hessischer Seite ein Badehaus und Logierzimmer, während auf mainzer Seite ein dreistöckiges Logierhaus errichtet wurde. Das Kurleben erlebte durch Kriege einen Niedergang, bis die Dreiteilung des Ortes 1818 aufgehoben wurde. Ein bedeutendes Ereignis war 1949 die Tagung der Ministerpräsidenten der westlichen Besatzungszonen, bei der grundlegende Beschlüsse für die erste Bundestagswahl gefasst wurden.
Schlangenbad ist als ältestes Heilbad Hessens bekannt und verdankt seinen Namen den hier heimischen Äskulapnattern, die im Wappen als gekrönte Schlange dargestellt sind. Die Thermalquellen und das milde Klima ziehen Besucher an, während die Gemeinde mit ihrem hohen Kaufkraftindex zu den wohlhabendsten im Rheingau-Taunus-Kreis zählt. Regelmäßige Führungen zu den seltenen Schlangen und naturnahe Ausgleichsmaßnahmen wie Querungshilfen für die Tiere zeigen das Engagement für den Artenschutz.