Kiedrich liegt im Rheingau am Südhang des Taunus, etwa zwei Kilometer nördlich von Eltville am Rhein. Die Gemarkung reicht vom Kinderdorf Marienhöhe im Süden bis zur Klostermühle am Stadtrand von Eltville und erstreckt sich als schmaler Streifen sieben Kilometer nach Norden bis zum Ortsrand von Hausen vor der Höhe. Die höchsten Erhebungen sind die Dreibornsköpfe mit 548 Metern, während die Klostermühle auf etwa 105 Metern liegt. Der Kiedricher Bach und seine Zuflüsse prägen das Landschaftsbild, während die sonnenverwöhnten Südhänge überwiegend Weinberge tragen.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Kiedrich im 10. Jahrhundert unter dem Erzbistum Mainz. Der Weinbau ist seit dem 12. Jahrhundert belegt, und im 12. Jahrhundert entstand die Burg Scharfenstein. Im Mittelalter gehörte der Ort zum Mainzer Einflussbereich, später zum Herzogtum Nassau und schließlich zu Preußen. Während der NS-Zeit stimmten vergleichsweise viele Einwohner gegen den „Anschluss“ Österreichs, was der Gemeinde den Beinamen „Nein-Dorf“ einbrachte.
Kiedrich ist bekannt für seine gotische Kirchenarchitektur, darunter die katholische Pfarrkirche St. Valentinus und die Michaelskapelle mit einer bedeutenden Leuchtermadonna. Die spätgotische Orgel in St. Valentinus gilt als älteste spielbare Kirchenorgel Deutschlands. Das Renaissance-Rathaus und der historische Marktbrunnen zeugen von der reichen Geschichte. Die Partnerschaft mit Hautvillers in der Champagne besteht seit 1981.