Söll liegt in einem Talkessel des Sölllandls, wo die nördlichen Kalkalpen auf die Schiefergebirge der Kitzbüheler Alpen treffen. Der Ort breitet sich am nördlichen Rand eines flachen Passplateaus aus, das nach Süden zum Brixental und nach Norden zur Weißache hin abfällt. Eingebettet ist er zwischen markanten Bergen wie der Hohen Salve, dem Wilden Kaiser und dem Pölvenstock. Die Gemeinde besteht aus Streusiedlungen und Weilern, die für die Region typisch sind.
Die ersten Spuren einer Besiedlung reichen bis ins Jahr 600 zurück, erkennbar an alten Bauernhöfen mit Namen auf „-ing“. Urkundlich erwähnt wurde Söll erstmals zwischen 1153 und 1156, als Höfe wie Pirchmoos in einer Klosterchronik auftauchten. Der Name wechselte von „Sel“ über „Seel“ bis zum heutigen „Söll“, abgeleitet vom mittelhochdeutschen Wort für Herberge. Im 14. Jahrhundert hielt sich die Landesfürstin Margarete Maultasch hier zur Jagd auf, was sich in Bauweisen und Dokumenten widerspiegelt. Nach wechselnder Herrschaft unter bayerischer und österreichischer Verwaltung wurde Söll 1814 endgültig Teil Tirols. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort zum Schauplatz einer letzten Verteidigungslinie, die jedoch ohne größere Schäden endete.
Heute prägt der Tourismus das Bild Sölls, der seit den 1950er Jahren stetig wächst. Die Hohe Salve ist mit einer Gondelbahn erschlossen, die im Winter in das Skigebiet SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental führt und im Sommer zum Hexenwasser-Erlebnispark einlädt. Die barocke Pfarrkirche mit ihren Malereien und die Wallfahrtskapelle Stampfangergraben sind kulturelle Höhepunkte. 2013 wurde Söll als schönstes Blumendorf Europas ausgezeichnet. Neben dem Moorsee und dem Ahornsee als Badeseen bietet die Gemeinde ein vielfältiges Vereinsleben und regelmäßige Veranstaltungen wie den Bauernmarkt „Z’sammkemma“.