Teguise liegt im Zentrum der kanarischen Insel Lanzarote und ist nicht nur Sitz einer der sieben Inselgemeinden, sondern auch ehemaliger Hauptstadt. Der Gemeindebezirk reicht von der Ost- bis zur Westküste und umfasst zudem die unbewohnten Inseln des nördlich gelegenen Chinijo-Archipels. Die Landschaft ist von vulkanischem Ursprung geprägt, wie etwa der 435 Meter hohe Vulkan Guanapay, auf dem eine Festung thront.
Die Stadt wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts als Gran Aldea de Acatife gegründet und später nach der Tochter des letzten indigenen Herrschers benannt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Teguise wiederholt von Piratenüberfällen heimgesucht, die schwere Zerstörungen hinterließen. Die Erinnerung an diese Angriffe lebt in der Blutgasse und an der vergeblichen Schutzfunktion der Burg Santa Bárbara weiter.
Heute besticht Teguise durch historische Bauwerke wie die neogotische Kirche Nuestra Señora de Guadalupe mit ihrem markanten Glockenturm aus rotem Vulkangestein. Der Palacio Spinola, einst Wohnsitz adliger Familien, dient heute repräsentativen Zwecken. Die Stadt ist zudem bekannt für ihre handwerkliche Tradition, insbesondere die Herstellung des Timple, eines kleinen Saiteninstruments. Der sonntägliche Markt zieht zahlreiche Besucher an und verleiht dem Ort einen lebendigen Charakter.