Telgte liegt im Münsterland in Nordrhein-Westfalen, etwa zwölf Kilometer östlich von Münster an der Ems. Die Stadt ist Teil des Kreises Warendorf und gliedert sich in die Kernstadt sowie die Stadtteile Westbevern-Dorf und Westbevern-Vadrup. Westbevern, mit etwa 4000 Einwohnern, war einst eine eigenständige Gemeinde und wird von der Bever durchflossen, einem Nebenfluss der Ems. Die Landschaft wird geprägt durch die Emsaue mit ihren naturnahen Flussabschnitten, Auenwäldern und Feuchtwiesen, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind.
Die Geschichte Telgtes reicht bis in nachrömische Zeit zurück, als die Region von Sachsen besiedelt war. Der erste Bischof von Münster, Ludgerus, ließ hier eine Kirche errichten, die als Urpfarrkirche diente. Der Ort entwickelte sich an einer Handelsstraßenkreuzung, wo die Ems an einer Furt überquert werden konnte. Ursprünglich bestand Telgte aus zwei Bauernhöfen, Frankenfurt und Telgoth, deren Name sich im Laufe der Zeit zu Telgte wandelte. Im Jahr 1238 erhielt Telgte die Stadtrechte und gehörte der Hanse an. Mehrfach wurde die Stadt von Bränden und der Pest heimgesucht, und im 16. Jahrhundert gewährte man dem Fürstbischof Franz von Waldeck Unterkunft. Die jüdische Gemeinde bestand bis 1941, bevor sie in der NS-Zeit zerstört wurde.
Telgte ist als Wallfahrtsort bekannt, insbesondere durch die große Marienwallfahrt von Osnabrück nach Telgte. Das Relígio – Westfälische Museum für religiöse Kultur beherbergt unter anderem ein Krippenmuseum. Jährlich im September findet der Mariä-Geburts-Markt mit einem Springreitturnier statt. Die Stadt pflegt Städtepartnerschaften mit Polanica-Zdrój in Polen, Stupino in Russland und Tomball in den USA. Das Wappen zeigt eine junge Eiche, die auf den ursprünglichen Eichenwaldbestand und die Bedeutung des Namens Telgte („kleiner Baum“) verweist.