Thale liegt im Nordosten des Harzes, wo die Bode das Gebirge verlässt und das Bodetal beginnt. Die Kleinstadt ist staatlich anerkannter Erholungsort und wird von sechs Nachbargemeinden umgeben, darunter Blankenburg und Quedlinburg. Die Landschaft ist geprägt vom Übergang zwischen Mittelgebirge und Vorland.
Frühe Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Steinzeit zurück, etwa das zerstörte Großsteingrab Warnstedt oder bronzezeitliche Funde wie die „Keule von Thale“. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 10. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Kloster Wendhusen, das bereits vor 840 gegründet wurde. Thale entwickelte sich später zu einem Zentrum der Eisenverarbeitung, dessen Anfänge bis ins 15. Jahrhundert reichen. Die Nähe zu Erzlagerstätten und Wäldern begünstigte die Ansiedlung von Hütten und Schmieden, die bis ins 20. Jahrhundert prägend blieben. Im 19. Jahrhundert kam die Emailleproduktion hinzu, die Thale europaweit bekannt machte.
Die Stadt ist von dichter Wald- und Felslandschaft umgeben, die schon Dichter wie Heinrich Heine und Theodor Fontane inspirierte. Zu den markanten Bauwerken zählen die evangelischen Kirchen St. Andreas und St. Petri sowie die katholische Herz-Jesu-Kirche. Thale veranstaltet das „Thale sagenhaft“-Festival und trägt seit 2004 den Titel „staatlich anerkannter Erholungsort“. Die industrielle Vergangenheit wird im Hüttenmuseum dokumentiert, das an das traditionsreiche Eisenhüttenwerk erinnert.