Thörl liegt eingebettet in der gebirgigen Landschaft der nördlichen Steiermark, wo das Aflenztal sich zwischen bewaldeten Hängen öffnet. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 160 Quadratkilometern und zählt zu den größeren Orten der Region. Südlich grenzt sie an Aflenz, während sich im Norden die ersten Ausläufer der Alpen erheben.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, doch erst mit der Ankunft slawischer Siedler um das Jahr 600 und später bayerischer Zuwanderer im 8. Jahrhundert begann die dauerhafte Prägung der Gegend. Urkundlich erwähnt wurde Thörl erstmals 1345 unter dem Namen „toer in der aynoed“, was auf eine Straßensperre als Namensgeber hindeutet. Die Eisenverarbeitung wurde im 14. Jahrhundert zum wirtschaftlichen Rückgrat, auch wenn der Wohnungsbau sich in das benachbarte Palbersdorf verlagerte.
Heute prägen historische Bauwerke wie Schloss Thörl am Ortseingang und die Ruine Schachenstein das Ortsbild. Die Gemeinde erhielt 1994 den Status einer Marktgemeinde und ist Teil des Tourismusverbands Hochschwab, der vor allem Wanderer und Sommergäste anzieht. Persönlichkeiten wie die Schriftstellerin Grete Scheuer oder der Journalist Erwin Zankel stammen von hier, während die Johann Pengg AG als wichtiger Arbeitgeber der metallverarbeitenden Industrie gilt.