Thüngen liegt im Norden des Maindreiecks, eingebettet in die unterfränkische Landschaft nahe der Wern. Der Markt gehört zum Landkreis Main-Spessart und ist etwa gleich weit von Würzburg und Schweinfurt entfernt. Die Gemarkung umfasst rund 13,6 Quadratkilometer und ist in zahlreiche Flurstücke unterteilt.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im späten 8. Jahrhundert, als er in einer Schenkungsurkunde des Codex Eberhardi auftauchte. Im Mittelalter stand Thüngen unter wechselnder Herrschaft: Zunächst unter einer Linie der Grafen von Henneberg, dann unter einem Rittergeschlecht, das sich nach dem Ort benannte. Die Freiherren von Thüngen prägten über Jahrhunderte das Geschehen, etwa durch die Einführung der Reformation oder die Anlage einer jüdischen Gemeinde. Nach den Napoleonischen Kriegen fiel der Ort an Bayern.
Bekannt ist Thüngen vor allem für seine historischen Bauwerke wie das Burgschloss und das Spitalschloss aus dem 16. Jahrhundert, die von den Freiherren von Thüngen bewohnt werden. Der Blaue Turm erinnert an die einstige Burganlage, während das Burgsinner Schloss heute der Gutsverwaltung und der Schlossbrauerei dient. Wirtschaftlich spielt neben der Landwirtschaft ein großer Solarpark eine Rolle, der einst als einer der größten Deutschlands galt. Die Werntalbahn durchquert den Ort, doch nur im Sommer verkehren Fahrradzüge ohne Halt.