Třešť liegt in der hügeligen Landschaft der Böhmisch-Mährischen Höhe, wo sich die Javořická vrchovina und die Brtnická vrchovina begegnen. Der Ort wird vom Třešťský potok durchflossen, der im Váňovský rybník gestaut wird, und ist umgeben von sanften Erhebungen wie dem Velký Špičák. Südöstlich entspringt die Mährische Thaya. Nachbarorte sind unter anderem Jezdovice im Norden und Stonařov im Osten.
Die Stadt entstand vermutlich im 13. Jahrhundert und wurde erstmals 1349 urkundlich erwähnt. Im Mittelalter lag sie an wichtigen Handelsrouten und erlebte durch Silberbergbau in Jezdovice einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Herrschaft wechselte mehrfach, bis sie schließlich an die Familie Herbersteiner überging. Nach Bränden und Zerstörungen entwickelte sich Třešť im 19. Jahrhundert zu einem industriellen Zentrum mit Textilfabriken und einer Zündholzproduktion. 1901 erhielt der Ort die Stadtrechte.
Třešť ist geprägt durch sein Schloss, das aus einer mittelalterlichen Feste hervorging und heute als Hotel und Kongresszentrum dient. Die barocke Pfarrkirche St. Martin und die Kirche der hl. Katharina zeugen von der langen Geschichte. Besonders bekannt ist die Stadt für ihre Weihnachtskrippe-Tradition, die bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreicht. Persönlichkeiten wie der Ökonom Joseph Schumpeter und der Schauspieler Otto Šimánek stammen von hier. Ein jüdischer Friedhof und eine ehemalige Synagoge erinnern an die einst bedeutende jüdische Gemeinde.