Uničov, auch Mährisch Neustadt genannt, liegt in der mährischen Tiefebene an der Mündung der Oslava in die Oskava. Die Stadt befindet sich in etwa 250 Metern Höhe und ist rund 20 Kilometer nordwestlich von Olmütz entfernt. Durch die fruchtbare Landschaft und die beiden Flüsse geprägt, ist sie von sanften Hügeln und weiten Feldern umgeben.
Gegründet im frühen 13. Jahrhundert, erhielt Uničov bereits 1223 das Magdeburger Stadtrecht und gilt damit als älteste mit Rechten ausgestattete Stadt Mährens. Nach Zerstörungen durch die Tataren förderte der Olmützer Bischof Bruno von Schauenburg die Ansiedlung deutscher Handwerker und Bauern. Im 15. Jahrhundert überstand die Stadt dank einer Legende einen Hussitenangriff: Eine Frau namens Cordula gelobte, jährlich einen Wachsstock in der Länge der Stadtmauer zu ziehen, wenn Uničov verschont bliebe. Die Tradition des Wachsstockziehens wurde über Jahrhunderte gepflegt, bis sie im 20. Jahrhundert unterbrochen und später wiederbelebt wurde.
Die historische Altstadt mit ihrer mittelalterlichen Stadtbefestigung und dem Medel-Tor zieht Besucher an. Besonders sehenswert sind die Mariensäule, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und das Minoritenkloster mit der Kreuzerhöhungskirche. Das städtische Gefängnis dient heute als Museum, während Brunnen wie der Adler- und Neptunbrunnen das Bild prägen. Zu den berühmten Persönlichkeiten der Stadt zählen der Mediziner Siegmund Albich und der Radrennfahrer Roman Kreuziger. Ein besonderes Fest ist das Wachsstockziehen, das an die Rettung vor den Hussiten erinnert und heute wieder in Uničov gefeiert wird.