Vitré liegt in der Bretagne, nahe den Grenzen zur Normandie, zum Maine und zum Anjou. Die Stadt breitet sich an den Ufern der Vilaine aus, eingebettet in eine ost-westlich verlaufende Senke, die auch die Eisenbahnlinie von Paris nach Rennes nutzt. Mit einer Höhe von etwa 89 Metern am Bahnhof ist sie Teil eines Gebietes, das von einer Schnellstraße durchzogen wird. Die Landschaft steigt bis auf 127 Meter im Industriegebiet an, während der tiefste Punkt bei 67 Metern unter einem Viadukt nahe dem Schlachthof liegt.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die gallo-römische Zeit zurück. Im Jahr 1000 ernannte der bretonische Herzog Geoffroy I. Riwallon Le Vicaire zum ersten Baron von Vitré und übertrug ihm die Aufgabe, die Region als Teil der „Bretonischen Mark“ zu sichern. Eine hölzerne Burg entstand auf dem Hügel Sainte-Croix, bevor im 11. Jahrhundert eine steinerne Festung auf einem Felsen über der Vilaine errichtet wurde. Im 13. Jahrhundert wuchs die Stadt zu einer mittelalterlichen Siedlung mit Burg, Kirchen und Vorstädten heran, geprägt von Handwerk und Handel.
Heute prägen die mittelalterliche Burg mit ihrem romanischen Portal aus Schiefer und Granit das Stadtbild. Die Altstadt mit ihren engen, gewundenen Gassen und Fachwerkhäusern zeugt vom einstigen Wohlstand, als Vitré im 16. Jahrhundert durch den Handel mit Hanfstoffen und Stickmustertüchern zu einer der reichsten Städte der Bretagne zählte. Die Stadt trägt den Beinamen „Stadt der Kunst und Geschichte“ und bewahrt ihr kulturelles Erbe in Museen und historischen Bauwerken.