Völkermarkt liegt im Südosten Österreichs, eingebettet im Jauntal auf einer markanten Schotterterrasse, die nach drei Seiten steil abfällt. Direkt südlich fließt die Drau, die durch ein Kraftwerk zu einem langgestreckten See aufgestaut wurde und einstige Uferdörfer überflutete. Die Stadt wird von den Karawanken im Süden und der Saualpe im Nordosten überragt, während sie selbst in einer flachwelligen Landschaft liegt.
Die Gegend war bereits in der Römerzeit und im Königreich Noricum von Bergbau geprägt, doch erst im 6. Jahrhundert siedelten sich Karantaner-Slawen an und prägten die slowenische Kulturgeschichte. Um 1090 entstand hier eine Marktsiedlung, die 1105 erstmals als Volchimercatus erwähnt wurde. Im 13. Jahrhundert erhielt der Ort Stadtrechte und entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz, besonders für Eisen. Im Spätmittelalter war Völkermarkt eine bedeutende landesfürstliche Stadt, verlor jedoch im 16. Jahrhundert an Einfluss. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es zeitweise von südslawischen Truppen besetzt, bis die Kärntner Volksabstimmung 1920 die Rückkehr zu Österreich besiegelte.
Heute ist Völkermarkt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Jauntals, umgeben von landwirtschaftlich geprägtem Umland. Die Stadt bewahrt Spuren ihrer slowenischen Vergangenheit, etwa durch Vereine wie den Kyrill-und-Method-Verein oder den Kulturverein Lipa. Ein bewegendes Zeugnis des Widerstands gegen den Nationalsozialismus ist das Partisanendenkmal auf der Saualpe, das an Kämpfer verschiedener Nationalitäten erinnert. Die Altstadt mit ihrer Ruprechtskirche und der Draubrücke aus dem 13. Jahrhundert prägt das Bild der Stadt.